Legia Warszawa hat die stärkere Ausgangslage — acht Spiele ungeschlagen (4S 4U 0N), eine Tordifferenz von +9 gegen Jagiellonias +1, und ein etwas höherer Expected-Goals-Anteil (Lambda 1,63 vs. 1,492) führen alle zu einer Auswärtssieger-Wahrscheinlichkeit von 40,6% gegen 34,6% für die Gastgeber, wobei die Quote mit 0,25 Handicap diese gleiche leichte Neigung widerspiegelt. Der interessantere Ansatz ist das Tempo statt das Ergebnis: Das Modell sieht mehr Tore als der Markt über mehrere Over/Under-Linien bewertet, sowohl in der ersten Halbzeit als auch im Gesamtspiel, obwohl dieser Unterschied innerhalb eines Buches liegt, das ansonsten sehr eng kalkuliert ist.
Jagiellonias Heimvorteil wird durch ihre Form vermindert — eine 2-1-0-Bilanz (Siege-Unentschieden-Niederlagen) auf diesem Platz eingewickelt in einer LWLWL-Sequenz, die keine gefestigte Ergebnisserie zeigt, und eine Abwehr, die bereits 10 Tore in 7 Spielen kassiert hat. Legia kommt dagegen mit der besten Defensivbilanz der Liga an (7 Gegentore in 8 Spielen) überlagert mit einer ungeschlagenen Auswärtsbilanz, daher der Ergebnis-Split zu den Gästen tendiert, obwohl sie auswärts spielen. Die Fünf-Spiele-Historie der direkten Vergleiche gibt Jagiellonia wenig Trost: zwei Unentschieden, zwei Siege für Legia, und nur ein sauberer Heimsieg in der Stichprobe, mit drei der fünf Begegnungen, die remis oder mit Eintor-Unterschied endeten — ein Muster, das mit des Modells eigener Konzentration von Score-Wahrscheinlichkeit um enge, niedrig-Marge-Ergebnisse übereinstimmt (1-1, 1-2, 2-1, 0-1), obwohl das Gesamt Expected-Goals-Total von 3,12 und die Over-2,5-Wahrscheinlichkeit von 60,4% auf ein ziemlich offenes Spiel insgesamt hindeuten. Beide Teams treffen mit knapp 63%, daher erwartet keine Seite einen reinen Spieltag, was Legias Auswärtsbilanz entspricht: frei treffen und wenig kassieren. Bei der Preisgestaltung ist das herausragende Signal, dass sich des Modells Vorteil fast vollständig in Over/Under-Märkten konzentriert — sowohl die Erste-Halbzeit-Gesamtlinie als auch die Gesamtspiel-Linie über 2,75 Tore — wo Modell-Wahrscheinlichkeiten mehrere Punkte über dem liegen, was der Markt bietet. Das ist aber ein lokaler Effekt, nicht eine breite Fehlpreisgestaltung: von 335 Quoten untersucht, nur 66 haben einen positiven Vorteil gegen 269 negative, mit einem durchschnittlichen Vorteil von etwa -4,1% und einem schlimmsten Fall von -12,4%, was genau das ist, was eine Buchmacher-Marge von 5,6% über 5 Bücher erzeugen würde — der Großteil des Marktes wird gegen das Modell bewertet, und die Quoten mit positivem Vorteil sind die Ausnahme statt der Regel. Zwei Vorbehalte mildern alles: Mannschaftsaufstellungen sind nicht veröffentlicht worden, daher werden keine Spieler-Absenzen in diesen Zahlen widergespiegelt, und die Quoten, die dieser Analyse zugrunde liegen, sind etwa 137 Stunden alt relativ zum Anpfiff — mit fast sechs Tagen noch vor dem Spiel können der Handicap, die Gesamtlinie, und die spezifischen Vorteile, die hier genannt werden, wesentlich bewegen, wenn Spieler-News und Markt-Geld hereinkommen.